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Der Eichenprozessionsspinner
Akute Gefahr ab März
In den letzten Jahren hat sich der Eichenprozessionsspinner verstärkt ausgebreitet. Etwa ab Mitte März ist mit dem Befall von Eichenbäumen und - den Präventionsexperten der Gartenbau-Berufsgenossenschaft zufolge - mit den ersten Allergien bei Beschäftigten, die mit Baumpflegearbeitet betraut sind, zu rechnen.

Eichenprozessionsspinner
Quelle:
Meyers Konversations-Lexikon,
4.Auflage 1988, Band 16, Seite 352
Einzelbäume oder kleine Baumgruppen, die gut
von der Sonne bescheint werden, sind
bevorzugte Plätze der Tiere. Mit Beginn der Vegetationszeit schlüpfen die Raupen und
durchlaufen bis zum Juni / Juli insgesamt sechs Raupenstadien bevor sie sich dann verpuppen.

Nach der zweiten Häutung im dritten Larven-
Stadium verfügt die Raupe über feine Härchen (Spiegelhaare), die auch nach der Verpuppung
in Form von Raupen-häuten im Nest verbleiben.

Diese etwa zwei Zentimeter langen Spiegelhaare können abbrechen und darin vorhandene
lösliche Proteine freisetzen. Über die Haut oder Schleimhaut aufgenommen, kann dies beim Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen
führen.


Ein direkter Kontakt mit den feinen Brennhaaren
ist nicht erforderlich, da sich auch aus bereits verlassenen, zum Teil sehr großen Raupen-
Nestern durch Wind allergieauslösende Härchen herauslösen und bis zu 200 Meter weit getragen werden können.
 
 
 
 
 
 
 
Motorgetriebene Geräte erhöhen die Gefährdung
Besondere Gefahr besteht bei gärtnerischen Pflegearbeiten. Vom Baum abgelöste Raupennester, die zu Boden gefallen sind, können beim Arbeiten mit motorgetriebenen Pflegegeräten, wie z.B. dem Laubgebläse, aufgewirbelt werden. In der Luft schwebende Brennhaare befallen dann Haut und Schleimhäute noch massiver. Personen in der Umgebung sind hier erheblichen Gefahren ausgesetzt, die damit weit über das im gärtnerischen Bereich eingesetzte Personal hinausgeht.
Bekämpfung

Die Bekämpfung erfolgt in der Regel ab März und sollte vor dem dritten Raupenstadium abgeschlossen sein. Bei der mechanischen Bekämpfung ist in jedem Fall folgende Persönliche Schutzausrüstung zu tragen

- Einwegschutzanzug
- Augenschutz
- Maske mit einem Filter (FFP2)
- Handschuhe
- Gummistiefel

Die Maske sollte das gesamte Gesichtsfeld abdecken. Besondere Achtsamkeit ist auf die Kleidungsübergänge zwischen Einwegschutzanzug und Gummistiefel sowie Einwegschutzanzug und Handschuhen zu richten, da diese Hautbereiche durch Streckbewegungen im Arbeitsablauf oft ungeschützt sind. Die am Einwegschutzanzug vorhandene Kapuze ist zu benutzen, damit Hals und Nackenbereich geschützt sind.

Bei der Bekämpfung der Raupennester und der darin haftenden Raupenhäute ist grundsätzlich darauf zu achten, dass bei der mechanischen Beseitigung eine Verwirbelung vermieden wird. Daher wird von einem Abflammen der Nester oder Beseitigung mit einem Wasserstrahl abgeraten. Raupen können vor dem dritten Larvenstadium mit Bazillus thuringiensis-Präparaten behandelt werden. Auch mit Bindemitteln, wie z.B. Sprühkleber, wird eine Verwirbelung vermieden. In der Regel werden Gespinstnester einschließlich Raupen, Gifthaaren und Häutungsresten mit einem speziellen Stabsauger abgesaugt.

In den Arbeitspausen ist darauf zu achten, dass keine Verschleppung durch kontaminierte Kleidung in "unbelastete Bereiche", wie z.B. den Bauwagen erfolgt.

Nach Beendigung der Arbeiten sind alle verwendeten Geräte und Hilfsmittel mit viel Wasser zu reinigen. Entstehendes Abwasser wird der Kanalisation zugeführt und nicht über Sickerflächen abgelassen, da letzteres wiederum zur konzentrierten Anreicherung von allen allergieauslösenden Härchen führen würde. Einwegschutzanzüge sind in verschließbaren Müllsäcken zu entsorgen. Die anderen Schutzausrüstungsgegenstände sind so zu reinigen, dass keine Raupenhaare mehr anhaften.

BetriebsanweisungBetriebsanweisung
"Brennhaare des Eichenprozessionsspinners"





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