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Die Miniermotte
Eine Gefahr für weißblühende Kastanien
Seit ein paar Jahren sind Rosskastanien von der Kastanien - Miniermotte befallen. Diese schädigt die Kastanien , so dass die Blätter sich frühzeitig einfärben und einrollen. Dadurch stehen sie nicht mehr für die Photosynthese zur Verfügung und der Baum wird in seiner Vitalität geschädigt. Es gibt fast keine Rosskastanie, die nicht von diesem Schädling befallen ist. Betroffen sind die Weißblühenden Rosskastanien, die Rotblühenden werden weitgehend verschont. Der Mottenbefall allein führt jedoch nicht zum Absterben der Bäume. Im Zusammenwirken mit anderen Stressfaktoren , beispielsweise Bodenverdichtung , zu kleine Baumscheibe , Trockenheit , Luftverschmutzung usw. wird die Kastanie auf Dauer ernsthaft in ihrem Bestand gefährden.
Herkunft und Verbreitung
Die Miniermotte wurde 1984 in der Nähe des mazedonischen Ohridsees entdeckt und hat sich seitdem mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 Kilometern pro Jahr in Richtung Nordwesten verbreitet. Es gibt mehrere Ursachen dafür , dass die Miniermotte , deren eigentliche Heimat in Asien vermutet wird, ihren Weg nach Deutschland gefunden hat. Klimatische Veränderungen, die eine natürliche Wanderung auslösen können , kämen als Ursache in Frage. Aber vor allen Dingen wurde eine Ausbreitung durch den europäischen Warenverkehr beobachtet. Das erste Exemplar auf bundesdeutschem Grund wurde 1993 beispielsweise an einer Autobahn in Bayern entdeckt.
Der Befall und seine Folgen
Am Ende der Kastanienblüte beginnen sich alle Blätter der befallenen Kastanien braun zu färben, ab Juni rollen sie sich ein und fallen ab. Zudem werden die Blätter in dem Stadium häufig auch noch von Pilzen befallen. Der Schädlingsbefall kann im Herbst zu einem vorzeitigem Neuaustrieb von Blättern und Blüten führen. Diese fehlen dem Baum dann im darauf folgenden Frühjahr. Die Miniermotte kann bis zu drei Generationen pro Jahr ausbilden, von denen die letzte im Laub auf dem Boden überwintert und sich für den nächsten Befall im neuen Jahr bereit hält.
Gegenmaßnahmen
Es laufen zur Zeit in mehreren Ländern diverse Forschungsvorhaben mit dem Ziel, den Befall einzudämmen. Leider gibt es - auch vor dem Hintergrund dieser Forschungen - bisher noch kein im breiteren Maßstab einsetzbares Gegenmittel (Pflanzenschutzmittel) , das praktikabel wäre und nicht zu ernsthaften Schäden an Natur und Umwelt führen würde.
  1. Es gibt kein für den Privatgebrauch zugelassenes Pflanzenschutzmittel. Pheromonfallen mit Sexuallockstoffen für die Männchen sind vergleichsweise teuer , ihre Wirkung ist vernachlässigbar gering. Im Kommerziellen Bereich (z.B. Baumschulen) sind einige wenige Präparate zugelassen. Ihr Einsatz ist aber mit erheblichem Aufwand verbunden.
  2. Die wirkungsvollste derzeit mögliche Maßnahme - für jeden machbar - ist das umgehende Entfernen und Vernichten des am Boden liegenden befallenen Laubes. Dieses sollte dabei wirklich restlos auch aus Gartenecken und Gebüschen entfernt werden, um eine erneute Infektion im folgenden Frühjahr zu verzögern
  3. Außerdem helfen Vitalitätsfördernde Maßnahmen  wie Bewässerung und Standortpflege , die Stressfaktoren , denen die Bäume ausgesetzt sind , zu verringern und sie somit widerstandsfähiger zu machen.